|
Burg Fleckenstein:
Anfahrt: Von der A65 oder A8 kommend fahren Sie über die B10 Richtung Pirmasens, bzw. Richtung Landau, bis zur Abfahrt Hinterweidenthal. Von hier geht’s weiter über die B427 Richtung Dahn. Hinter Dahn-Reichenbach fährt man rechts ab Richtung Bruchweiler, Bundenthal. In Bundenthal dann rechts ab nach Rumbach und danach weiter Richtung Lembach, Hirschthal. In Hirschthal überquert man dann die Grenze nach Frankreich. Ca. 1,5 km hinter der Grenze folgt man links einer beschilderten Straße zum Fleckenstein und parkt dann auf dem großen Burgparkplatz. Von hier aus sind’s noch 5 Minuten zu Fuß. Sie müssen sich Ihr Ticket im Souvenirshop kaufen – an der Burg befindet sich kein Kartenverkauf mehr.
Info: Burg Fleckenstein ist wohl das Musterbeispiel für eine Felsenburg. Felsenkeller, Felsenkammern und in den Stein gehauene Gänge – alles was Felsenburgen im Wasgau so interessant macht gibt es hier zu sehen. Der Hauptfelsen allein ist schon beeindruckend, doch wird dies durch die Größe der Anlage noch unterstrichen. Das exakte Gründungsdatum ist nicht bekannt, jedoch wird vermutet, dass bereits im 11. Jahrhundert eine salische Befestigungsanlage auf dem Burgfelsen vorhanden war. In einer Schenkungsurkunde ist von der Übertragung mehrerer Dörfer und Güter an die Abtei Walburg die Rede. In dieser Urkunde wird erstmals ein Fleckensteiner genannt. Die Echtheit dieser Urkunde wird heute aber von manchen Autoren angezweifelt, vielmehr wird vermutet, dass es sich um eine frühneuzeitliche Fälschung handelt. In der Mitte des 12. Jh. wird ein Reichsministeriale mit dem Namen „Gottfried von Fleckenstein“ erwähnt (gesichert). 1276 soll König Rudolph von Habsburg den Fleckenstein eingenommen haben. Auch dieses Ereignis kann nicht mit Sicherheit bestätigt werden, da in der chronikalischen Überlieferung lediglich von der Belagerung eines Fleckensteiners die Rede ist. Ob es sich dabei tatsächlich um die Stammburg der Fleckensteiner gehandelt hat bleibt unklar. Ende des 13. Jh. bilden die Fleckensteiner mehrere Familienzweige. Man spricht später von den Röderer, Sulzer, Beinheimer und Dagstuhler Linien. Anfang des 14 Jh. wird die Anlage innerhalb der Familie aufgeteilt. Als Besonderheit gilt wohl die Vereinbarung unter den Familienmitgliedern, keine Anteile der Burg an Dritte zu veräußern. Im 15. und 16. Jh wurde die Burg mehrfach um- und ausgebaut, wobei sie bereits zu Beginn des 16. Jh. für die Familie als Wohnsitz an Bedeutung verloren hatte. 1547 war bereits die Wache nicht mehr besetzt und die Burgkapelle war ohne Priester. In der zweiten Hälfte des 16. Jh. wurde dann nochmals großzügig an der Burg gebaut. Während Burg Fleckenstein das 17. Jh. anfangs völlig unbeschadet überstanden hatte, wurde sie dann 1674 von französischen Truppen besetzt, aber nicht zerstört. Dies geschah dann 1689 während des Pfälzischen Erbfolgekriegs - Die Burg wurde danach nicht wieder aufgebaut. Durch den Tod des letzten Fleckensteiners (1720) endete die Dynastie, und die Burg ging in Staatsbesitz über. Eine weitere Besonderheit der Burg Fleckenstein ist die Tatsache, daß sie bis Anfang des 18. Jh., d.h. fast 600 Jahre lang, im Besitz der Familie Fleckenstein war. Heute ist Burg Fleckenstein Dank europäischer Fördermittel leider zu einer Art „Disneyland“ umgestaltet worden. Viele Originalbereiche sind zwar noch vorhanden, doch grüßt an allen Ecken und Enden der Ritter „Willy von Fleckenstein“, und lädt zu interessanten Spielchen ein. Familien mit Kindern werden zwar begeistert sein, jedoch der Burgenfreund wird sich wohl etwas wundern. Unsachgemäße Restaurierungen und Freilegungen in den letzten Jahren haben dann noch ihren Teil dazu beigetragen, daß Burg Fleckenstein heute leider etwas an Charme verloren hat. Mann hätte sich beim Aufstellen der Informationstafeln auch mal überlegen können, daß die Kinder wohl selten alleine hier her kommen. Wenigstens ein paar Tafeln über die Geschichte der Burg, oder Beschreibungen der einzelnen Bereiche, hätte vielleicht den ein oder anderen „Erwachsenen“ gefreut. Wie dem auch sei, wenn Sie früh morgens oder außerhalb der Ferienzeit hier her kommen, könnten Sie Glück haben und dem Tourismus entgehen. Ich hoffe ich habe Ihnen jetzt nicht einen geplanten Besuch auf Burg Fleckenstein verdorben! Sie sollten sich die Burg auf jeden Fall ansehen!!! Jetzt sind Sie aber vorbereitet!
|