Burg Berwartstein

Burg Berwartstein, Erlenbach

 

 Erlenbach

 Parkplatz direkt unterhalb der Burg

 Zugang in die Burg nur im Rahmen einer Führung

 Einzige erhaltene und bewohnte Felsenburg der Pfalz

 Gaststätte im Rittersaal, Terrasse

 Nein

 http://www.burgberwartstein.de

 

Burg Berwartstein:

 

Anfahrt:
Von der A8 oder A65 kommend fahren Sie auf der B10 bis Hinterweidenthal und dann weiter auf der B427 Richtung Dahn. Danach weiter durch Busenberg und dann rechts ab Richtung Erlenbach (die Burg ist ausgeschildert). Wenn man von hier kommt, hat man einen  wunderschönen Blick auf den Berwartstein. Ein großer Parkplatz direkt unterhalb der Burg ermöglicht ein direktes Anfahren. Der ca. fünfminütige “Aufstieg” ist gut zu bewältigen.

 

Info:
Bereits bei der Anfahrt  erliegt man der Imposants, die die Burg auch heute noch ausstrahlt. Burg Berwartstein gilt als einzige erhaltene und heute noch bewohnte Burg in der Pfalz. Erbaut wurde sie zwischen 1125 und 1133. Erste Erwähnung als Reichsburg findet sie in einer Schenkungsurkunde aus dem Jahre 1152, in der Kaiser Friedrich I. (Barbarossa) den Berwartstein an den Speyrer Bischof Georg überträgt. Das wahrscheinlich entscheidendste Ereignis in der Geschichte des Berwartsteins, war die Belehnung der Burg von Kaiser Philipp I. an den Ritter Hans von Trotha, im Volksmund auch Hans Trott (Hans von Drot) oder Hans Trapp genannt. Da auf Grund von Ereignissen in der Vergangenheit ein gemeinsames Interesse des Kurfürsten und des Ritters im Kampf gegen die Weißenburger existierte, ist dieser Vorgang als Zweckbündnis zu werten. Hans von Drot baute zuerst mal die Burg ordentlich um, und passte sie der neuen Kriegstechnik, den Feuerwaffen an. Schnell erkannte er als Schwachpunkt der Anlage, das südlich gelegene Tal. Aus diesem Grund lies er kurzer Hand auf der gegenüberliegenden Bergspitze den Wehrturm “Klein Frankreich” errichten. Jetzt konnte er die Angreifer mit Kreuzfeuer “begrüßen”. Das Feld trägt wohl nicht grundlos auch heute noch den Namen “Leichenfeld”. Angeblich soll es auch eine unterirdische Verbindung zwischen dem Berwartstein und “Klein Frankreich” gegeben haben. Nun war Hans gerüstet um seinen Privatkrieg gegen die Weißenburger zu führen. Da diese selbstverständlich nicht sehr erfreut waren, beschwerten sich die Weißenburger beim Kurfürsten und beim Kaiser, ja sogar in Rom. Philipp I. geriet zunehmend unter Druck und musste sich von Hans von Drot distanzieren, also verkaufte er Ihm den Berwartstein am 21.2.1485. Offiziell hatte sich für Philipp I. das Problem nun erledigt und Hans von Drot konnte machen was er wollte. Jedoch unter der Hand unterstützte Philipp I. den Ritter weiterhin. Hans schlug jetzt erst richtig zu. So staute er den Bach Wieslauter oberhalb von Weißenburg und schnitt damit der Stadt die Wasserversorgung ab. Nach massiven Protesten öffnete er die Schleusen und überflutete die ganze Stadt. Dies führte zu Reichsacht und Kirchenbann und Hans von Drot war somit vogelfrei. Dies war jedoch kein Grund für den Ritter um mit seinen Feldzügen aufzuhören. Trotz Vogelfreiheit starb Hans von Drot im Jahre 1503 eines natürlichen Todes auf seiner Burg. Wegen des Kirchenbanns durfte der Ritter nicht auf geweihtem Boden beerdigt werden. Einige Jahre nach seinem Tod erzielte seine Familie mit einer Zahlung an die Kirche rückwirkend seine Rehabilitation. Er wurde in dem Dorf Niederschlettenbach in der Liebfrauenkapelle, heute St. Annakapelle beigesetzt. Hans Trapp “lebt” noch heute im Nordelsaß als Kinderschreck in Erzählungen weiter. Die Burg blieb als Lehen im Besitz der Familie Drot. 1591 brannte sie durch einen Blitzschlag völlig aus und wurde erst 1893 wieder aufgebaut, jedoch nicht originalgetreu. Ihrer eigentlichen Aufgabe als Schutzburg wurde sie dann nochmals während des 2. Weltkriegs gerecht, als die Bevölkerung in Ihren unterirdischen Gängen Schutz vor den Luftangriffen suchte. Leider erlitt die Burg hierbei auch erheblichen Schaden. Alfons Wadle aus Erlenbach baute die Burg in Eigenarbeit wieder auf und ist heute Besitzer der Burg, die er auch bewohnt. Der Zugang ins Burginnere ist nur in Verbindung mit einer Führung (Kosten ca. 3.- Euro) möglich. Für sein Geld erhält man aber dafür auch ein kleines Bisschen “Mittelalterfeeling”. Wer Wert auf geschichtlich exakte Zahlen und Fakten legt, dem empfehle ich eines der Bücher auf meiner “Bücherseite”. Familien mit Kindern werden voll auf Ihre Kosten kommen, denn die Burgführer haben immer eine kleine Geschichte über das Burggespenst “Barbara” oder die “grausamen” Taten des Ritters “Franz Trapp” zu erzählen. Eine komplett eingerichtete Küche, ein Brunnen der durch den Fels getrieben wurde, eine Folter- und Waffenkammer, sowie diverse Möbel und Wandgemälde laden zum Staunen ein. Der Nachbau eines Katapults und eines Rammbocks sind ebenfalls zu sehen. Zum “krönenden Abschluss” gibt’s dann noch einen Gang, durch die unterirdischen Gewölbe und das ganze mit Kerzen in der Hand. Im Rittersaal kann mann sich auch noch für die weitere Reise mit pfälzer Spezialitäten und div. anderen Gerichten stärken. Bei schönem Wetter lässt es sich auch wunderbar auf der Terrasse aushalten. Wer genügend Zeit mitbringt kann die Gelegenheit nutzen und einen Sprung in den nur wenige Minuten entfernt, mitten im Wald liegenden Weiher genießen. Ebenfalls lohnenswert ist ein Besuch des Wehrtums “Klein Frankreich”, der nur wenige Minuten von der Burg entfernt liegt.

 

 

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